Durch digitale Betriebsoptimierung zum effizienteren Gebäude

Durch digitale Betriebsoptimierung zum effizienteren Gebäude
Geschrieben von
Veröffentlicht am
September 1, 2022

Endlich loslegen, endlich nachhaltiger werden, endlich ESG-Ziele erreichen. Es gibt viel zu tun, um die große Masse an Bestandsgebäuden endlich auf den richtigen Pfad in Richtung Klima- und Energieeffizienz zu bringen. Die Branche hat das erkannt und sucht nun nach der besten Möglichkeit, um mit der Dekarbonisierung zu starten.

Bewertung möglicher Dekarbonisierungsmaßnahmen

Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß. Dabei lassen sich die Stellschrauben auf dem Weg zum CO2-neutralen Gebäude in vier Kategorien unterteilen, aus denen sich ein Maßnahmenpaket für jedes Portfolio zusammenstellen lässt.

Kategorie 1: Intelligenter Energiebezug

Kategorie eins umfasst die Endenergiequellen, die im Gebäude verwendet werden. Ökologische Strom- und Gastarife sind zahlreich vorhanden. Die Zukunft gehört dabei auch den flexiblen Preisen. Ist die erneuerbare Erzeugung in Deutschland hoch, fallen die Preise und der Bezug von Energie wird günstig. Bereits in dieser Kategorie offenbart sich daher, weshalb Nachhaltigkeit auch eine Chance ist: Wird das Gebäude so intelligent gesteuert, dass viel Energie zu Zeiten günstiger Preise und geringem CO2-Fußabdruck des Strommixes bezogen wird, wird die Einsparung von CO2 auch zur Einsparung von Kosten. Die Forschung hat in vielen Projekten gezeigt, was möglich ist. Jetzt müssen die Maßnahmen in die Praxis.

Kategorie 2: Bauliche Maßnahmen am Gebäude

Die zweite Kategorie umfasst die konstruktiven Maßnahmen an Gebäuden: Die Installation von Wärmedämmung, der Austausch ineffizienter Wärmeerzeuger oder die Installation eines neuen Beleuchtungssystems sind nur einige Beispiele. Die konstruktiven Maßnahmen sind oftmals eine nicht unerhebliche Investition, einerseits für Anschaffungskosten, andererseits durch den Eingriff in den Betrieb des Gebäudes bei der Umrüstung. Ob und welche dieser Maßnahmen sich tatsächlich rechnen kann datenbasiert erhoben und so besser bewertet werden. Bevor jedoch direkt in bauliche Veränderungen investiert wird, können digitale Tools herangezogen werden, um potenzielle Einsparungen zu identifizieren.

Kategorie 3: Einfache digitale Upgrades

Die dritte Kategorie ist daher zwar eng verbunden mit der zweiten und dem Ziel einer höheren Effizienz im Gebäude, stellt aber eine deutlich geringere Investition dar. Sie umfasst Maßnahmen, die die bestehende Infrastruktur effizienter werden lassen. Diese Maßnahmen lassen sich insbesondere über das vorhandene Gebäudeautomationssystem und unkomplizierte Nachrüstungen von elektronischen Bauteilen erreichen. Räume können bedarfsgerecht vorkonditioniert werden, wenn die Nutzungszeit aus Raumbuchungssystemen und Zeitplänen ermittelt werden kann. Vorlauftemperaturen für die träge Bauteilaktivierung lassen sich anhand der Wetterprognose so einstellen, dass Räume nicht überheizt werden. Auch hier zeigt sich wieder, weshalb der nachhaltige Betrieb als Chance begriffen werden sollte: werden Räume nicht überheizt, sind sie behaglicher für ihre Nutzer.

Kategorie 4: Kompensationsmaßnahmen

In der vierten Kategorie sind Kompensationsmaßnahmen zu sehen. Nicht in jedem Gebäude ist jede der vorgenannten Maßnahmen sinnvoll umsetzbar. Umso mehr sollte ein Immobilienportfolio, das um neue Gebäude erweitert wird, auf eine besonders zukunftssichere Planung der neuen Gebäude achten, um eine gute Klimabilanz für das gesamte Portfolio zu erreichen.

Die genannten vier Kategorien umfassen jeweils Möglichkeiten, um gleichzeitig die Nachhaltigkeit, die Wirtschaftlichkeit, die Nutzerzufriedenheit und letztendlich den Wert ganzer Immobilienportfolios zu steigern. Nachhaltigkeit ist also nicht nur eine Pflicht, sondern ein Katalysator für den Fortschritt in der Immobilienbranche.

Ganzheitliches Betriebsbild für den optimalen Maßnahmenplan

Um eine Entscheidung für oder wider die oben aufgeführten Möglichkeiten treffen zu können, ist es zunächst notwendig, einen Überblick über die tatsächliche Nutzung des Gebäudes zu erhalten. Wie wird der Betrieb realisiert? Wo gibt es versteckte Potenziale? Wo werden vielleicht unnötige Ressourcen verschwendet?

Um diese Fragen beantworten zu können müssen sämtliche Daten des Gebäudebetriebs gesammelt und verfügbar gemacht werden. Hier kommen digitale Plattformen wie die Cloud-Plattform von aedifion ins Spiel. Nach dem Plug-and-Play Herstellen der notwendigen Konnektivität und der Integration externer Datenquellen erhält man ein holistisches Betriebsbild und kann auf dieser Basis Energieverbräuche einfacher optimieren und konstruktive Maßnahmen zur Dekarbonisierung richtig bewerten. Ganz einfach über ein digitales Dashboard. Durch die noch recht neue Möglichkeit der autonomen Anlagenregelung kann mit Hilfe von künstliche Intelligenz garantiert der optimale Betrieb sichergestellt werden – immer im Einklang zwischen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nutzerzufriedenheit.

Dekarbonisierung, Digitalisierung und Daten mit Blick auf den Nutzer

Ein weiterer Hebel besteht hinsichtlich der Beeinflussung des Nutzerverhaltens. Durch Information und Sensibilisierung der Nutzer lässt sich der CO2-Ausstoß von Gebäuden ebenfalls nachhaltig beeinflussen. So können nachrüstbare Feedback-Systeme, beispielsweise in Form eines Energiespardisplays im Eingangsbereich moderner Bürogebäude, auf fehlerhaftes Nutzerverhalten hinweisen und dafür Sensibilisieren, dass Behaglichkeit eine Energiedienstleistung ist.

Nur wenn der Nutzer seinen CO2-Fußabdruck durch das Gebäude kennt, kann er dagegen etwas tun. Diese Art von Mieterengagement kann ebenfalls über Mieter-Engagement-Apps, wie etwa spaceOS, realisiert werden. Hier werden dem Mieter Daten bereitgestellt, neue Funktionen ermöglicht – wie etwa die Raumklimasteuerung per App – und auch ein individuelles Reporting wird mit der richtigen Datenbasis ganz einfach möglich.

Auf diese Weise nimmt man den Gebäudenutzer mit auf diesem Dekarbonisierungspfad und und schafft nicht nur effizientere Gebäude, sondern auch zufriedenere Nutzer.

Über Dr.-Ing. Johannes Fütterer

Dr.-Ing. Johannes Fütterer arbeitet seit 2010 daran, die Möglichkeiten der Gebäudeautomation zu nutzen und Gebäude nachhaltig zu optimieren. Am Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik der RWTH Aachen University forschte und promovierte er, bis er 2017 als Mitgründer die aedifion GmbH ins Leben rief. Mit aedifion widmet sich Johannes als Geschäftsführer der Zukunft der Gebäudeautomation – als essenzieller Baustein der Energiewende.

Über aedifion

Die aedifion GmbH ist ein PropTech, das Gebäude ins digitale Zeitalter bringt und technische
Einzellösungen zusammenführt. Mithilfe der herstellerunabhängigen Cloud-Plattform können die Betriebskosten von Gebäuden gesenkt, die Energieeffizienz gesteigert und die Nachhaltigkeit verbessert werden. Dadurch werden maßgebliche Effekte bei der technischen und wirtschaftlichen Gebäudeoptimierung möglich. Mehr Infos: https://www.aedifion.com

Über blackprint

Mit Leidenschaft streben wir nach einer digitalen, nachhaltigen, nutzerorientierten und zukunftsfähigen Bau- & Immobilienbranche. Wir vernetzen und befähigen die Macher von heute & morgen, bieten Sichtbarkeit für Lösungen und Anbieter, vermitteln Wissen, bringen Angebot und Nachfrage zusammen, beraten und setzen aktiv Impulse zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in der Bau- und Immobilienwirtschaft.

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Sarah Schlesinger
Sarah Maria Schlesinger
Managing Director
sas@blackprint.de
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