Megatrend Digitaler Zwilling: Übersteigt die Komplexität wirklich die menschlichen Fähigkeiten?

Geschrieben von
Jörg
Jungedeitering
Veröffentlicht am
Sep 3, 2022

Können wir Menschen die schnell ansteigende Komplexität in dieser Welt noch bewerkstelligen?


Sie sind in aller Munde – Digitale Zwillinge. Von Gebäuden, Anlagen, Autos, Flugzeugen, Schiffen, Bahnen, einfach von allem. Wofür gebrauchen wir digitale Abbilder von physikalischen Gegenständen, bzw. gebrauchen wir sie eigentlich wirklich?

Wir leben in einer Welt wachsender Komplexität und stark miteinander verknüpfter Aufgaben und Prozesse. Diese sehr enge Verzahnung erfahren wir alle gerade überaus deutlich durch die Auswirkungen der gestörten Lieferketten auf unser tägliches Leben. Dadurch sind die Risiken in den letzten Jahren enorm gestiegen und gleichzeitig wurden und werden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Sicherheit gesetzlich definiert.

Diesen für sich genommen schon großen Herausforderungen unserer Zeit begegnen wir mit einem weiteren, teilweise hausgemachten Problem: dem Fachkräftemangel. Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass Geburtenrate und der Nachwuchs im Berufsleben nicht ausreichen, um die offenen Stellen in Deutschland mittelfristig besetzen zu können. Doch wurde diesem Thema in den letzten Jahren weder politisch noch in den meisten Unternehmen entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet. Erst vor wenigen Wochen wurde der Fachkräftemangel erneut aufgegriffen und erfährt seitdem die notwendige Aufmerksamkeit.

All diese Faktoren gemeinsam führen dazu, dass ein Umdenken notwendig ist, wenn wir die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft und damit unser aller Wohlstand erhalten möchten. Unsere Aufgabe wird es sein, die weiter zunehmende Arbeitsbelastung mit weniger Arbeitskräften zu bewältigen. Dazu können wir entweder die (wöchentliche) Arbeitszeit erhöhen, was einzelne Wirtschaftslenker ins Gespräch gebracht haben oder wir fangen endlich an, die Digitalisierung mit Nachdruck voranzutreiben.

In den Startlöchern stehen auch in Deutschland zahlreiche Start-Ups, die mit innovativen Lösungen den Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Doch das Vorhandensein guter Antworten allein reicht nicht aus. Es muss ein Umdenken stattfinden, dass ein Weiter-So
keine Alternative mehr darstellt. Dazu müssen etablierte Unternehmen sich öffnen – mental und tatsächlich – und investieren. Ähnlich wie mit der Forschung in eigene Produkte, so müssen sie auch in die Zukunft ihrer Operativen investieren. Nur, wer schnell zu dieser Erkenntnis kommt, wird die aktuellen Herausforderungen mit Erfolg meistern.

Schauen wir konkret auf Digitale Zwillinge von Gebäuden, so sind steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit ein weiteres heiß diskutiertes Thema:

In der Vergangenheit haben Versicherungen, Banken und andere Unternehmen mit großen Portfolios der Qualität, Nachhaltigkeit oder Verfügbarkeit der Daten eines Gebäudes keinen großen Stellenwert eingeräumt. Die wichtigsten Kennzahlen waren und sind Lage und
Rentabilität der Immobilie. Diese Denkweise ändert sich langsam, aber in der letzten Zeit doch mit einer deutlichen Härte durch die Vorgaben der Europäischen Union in Form der EU-Taxonomie. Damit werden Unternehmen in die Pflicht genommen, ihre Investitionen nach den Kriterien Umwelt, Soziales und Governance (ESG) zu bewerten. Die Einstufung der Immobilien als “nachhaltig” oder “grün” hat bereits jetzt eine zunehmende Relevanz für Investoren und Käufer/Mieter.

Wie passen das Thema Fachkräftemangel und die EU-Taxonomie zusammen?

Wir Menschen haben die Fähigkeit, Komplexität und Zusammenhänge bis zu einem gewissen Grad zu durchblicken und Informationen oder Gelerntes unseren Mitmenschen oder im Berufsleben unseren Nachfolger*innen zu vermitteln. Bisher konnten Menschen die Informationen und Aufgaben recht gut und erfolgreich bewerkstelligen. Sie hatten ausreichend Informationen, entweder über einen längeren Zeitraum eigenständig erlernt oder von anderen Menschen vermittelt bekommen. Die Komplexität der Aufgaben konnte durch das Wissen der Menschen oder durch Vernetzung von Wissen einfach bewerkstelligt werden. Dieses Wissen und die Bewerkstelligung der Aufgaben hat in der Immobilienwirtschaft dazu geführt, dass Gebäude funktionieren und die Menschen in den Gebäuden leben, arbeiten und sie zu dem Zweck nutzen können, zu dem das Gebäude geschaffen wurde. Aber eben auch nicht darüber hinaus.

Wie bereits beschrieben, steigen die Anforderungen an die Immobilien unaufhaltsam. Durch die hohe Fluktuation und den gegenwärtigen Fachkräftemangel können Weitergabe und Aufbau von Wissen in jeder Ebene eines Unternehmens nicht mehr sichergestellt werden.
Das bedeutet, wertvolles, über Jahrzehnte generiertes Wissen verlässt das Unternehmen oder die Immobilie. So stellt die EU-Taxonomie die Unternehmen der Immobilienbranche vor große Herausforderungen. Denn das Wissen und die Informationen, welche sie für die Bewertung der ESG-Kriterien benötigen, steckt meist eben in den Köpfen, die die Unternehmen in den nächsten Jahren zuhauf verlassen. Dieser Wissensverlust ist unter anderem im Facility Management, Asset Management oder Property Management zu
beobachten.

Derzeit wird versucht, Energiebilanzen und möglichst andere Informationen, die über ein Gebäude oder ein Portfolio zur Verfügung stehen, für die ESG Bewertung heranzuziehen. Jedoch wird hiermit maximal das “E”, also die umweltbezogene Bewertung betrachtet. Und auch hier wird lediglich ein Zustand beschrieben. Um die Nachhaltigkeit eines Gebäudeportfolios dauerhaft abzubilden und auch eine Verbesserung des Portfolios zu erwirken, gebraucht es objektbezogene Informationen und Wissen konsolidiert und vernetzt.

 

Digitalisierung von Wissen im Digitalen Zwilling

Die Digitalisierung der Immobilienbranche ist in vollem Gange - also zumindest in der für die Immobilienbranche üblichen Geschwindigkeit. Dieser Prozess muss auf Grund des Fachkräftemangels und der EU-Taxonomie deutlich beschleunigt werden.

Es gibt heute bereits viele Tools (Digitale Zwillinge), die einzelne Prozesse und Aufgaben im Facility Management, Assetmanagement oder in einzelnen Systemen wie Lüftungs- oder Aufzugsanlagen unterstützen. Diese Tools sind hervorragend geeignet, um eben diese einzelnen Aufgaben zu bewältigen und das Wissen, das durch diese Aufgaben entsteht, dauerhaft zu sichern.

Dadurch sind viele kleine Insellösungen (Silos) entstanden, die einzeln betrachtet nicht in der Lage sind, die benötigte Komplexität zu liefern, die z.B. die ESG Bewertung benötigt. Um momentan alle Aspekte der EU-Taxonomie abzubilden, müssten die Informationen aus den einzelnen Systemen, vielen Exceltabellen und das Wissen der Mitarbeiter, aufwändig zusammengetragen werden. Und das jedes Jahr für jedes einzelne Gebäude. Dieser Prozess ist nicht nur sehr aufwändig, sondern auch höchst anfällig für Fehler und somit falsche Informationen für die ESG Bewertung.

Um die Komplexität der angesprochenen Herausforderungen bewältigen zu können, müssen die einzelnen Systeme, Tools und das Wissen der Menschen konsolidiert werden. Dabei ist die Betrachtung der einzelnen Informationsebene ausschlaggebend. Eine Ebene zum Beispiel für die Handwerker*innen und Techniker*innen, die Wartungen oder Instandsetzungen durchführen oder die Portfolio Manager*innen. Die Konsolidierung und die einfache Bereitstellung der Informationen für jeden Stakeholder auf jeder Ebene schafft eine ausreichende Verfügbarkeit und stellt Informationen für jeden Stakeholder so dar, wie er/sie sie am besten nutzen, ver- und bearbeiten kann.

Diese Möglichkeit der Datennutzung spiegelt nur ein für alle nutzbarer Digitaler Zwilling ab. Doch was ist ein Digitaler Zwilling und wie kann ein Digitaler Zwilling genau bei diesen Herausforderungen helfen?

 

DiConneX Digital Twin Plattform


DiConneX setzt auf einfache Darstellungen und für jeden zugängliche Informationen über Bauteile und Anlagen in den Gebäuden. So können vom Nutzer bis zum Portfolio Manager alle Stakeholder die Informationen abgreifen, die sie benötigen. Wenn ein Gebäude verkauft wird, kann auch der Digitale Zwilling in den Besitz des neuen Eigentümers übergehen und ebenso für den Betrieb der Immobilie weiter genutzt werden.

Mit der Digital Twin Plattform bietet DiConneX eine SaaS Plattform, die schnell und einfach in die Unternehmensprozesse integriert werden kann. Der Einsatz des Digitalen Zwilling z.B. bei der Hamburger Wasserwerken und Firma ACO haben gezeigt, dass die einfache Nutzung und die Konsolidierung alle Informationen für die Nutzer pro Woche bis zu 10 % Zeit einsparen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die kontinuierlich Nutzung der Plattform die Datenqualität kontinuierlich steigt. Dadurch können neue Mitarbeitende oder auch nicht Fachkräfte schnell in Abläufe und Aufgaben eingearbeitet werden.


Kernaussage und Fazit

Die Probleme der Immobilienbranche häufigen sich und wir müssen jetzt handeln! Um im Endeffekt die Rendite, aber auch das Klima, den Fachkräftemangel und die vielen anderen Herausforderungen meistern zu können.

Die Zusammenhänge der Herausforderung erfordert es neue Ansätze zur Analyse, Bewertung, Bewirtschaftung und Steuerung von Gebäude zu schaffen. Dazu benötigt es Daten auf Objektebene und Daten, die kontinuierlich verbessert werden. Dies kann nicht allein durch die Dokumentationspflicht durch Menschen geschafft werden. Dazu bracht es übergreifende Digitale Zwillinge.

 

Über
Jörg
Jungedeitering

Jörg Jungedeitering beschäftigt sich seit 2010 mit der digitalen Transformation im Schwerpunkt mit BIM und dem Digital Twin. Mit der Gründung der DiConneX möchte er die Entwicklung des Digital Twin vorantreiben. Dazu verbindet er sein Know-How, sein Netzwerk und innovative Technologien und schafft so die Voraussetzung zur Entwicklung neuer Ansätze zur Konsolidierung von Daten im Digitalen Zwilling. Jörg hat, gemeinsam mit seinen Wegbegleitern der DiConneX, stets den Anspruch höchste Verfügbarkeit und vernetzte Informationen einfach für alle nutzbar zu machen.

Über
DiConneX

Bei DiConneX machen wir Ihre Gebäude transparent. Wir helfen Ihnen zu visualisieren, wie sich Ihr Gebäude anfühlt. Wir erstellen browserbasierte Infrastrukturen in 3D, die den Betrieb über den gesamten Lebenszyklus der Infrastruktur optimieren. Mit den tief verwurzelten Werten der ethischen Bodenvermessung und der Einhaltung der GDPR arbeiten wir an der Vision der urbanen Digitalisierung. DiConneX Platform für digitale Zwillinge DiConneX bietet eine Plattform für den Digitalen Zwilling, in der Gebäude, Anlagen und Infrastrukturen mit konsolidierten Daten einfach visualisiert und virtuell zugänglich gemacht werden. In einer benutzerfreundlichen Oberfläche haben alle Beteiligten Zugriff auf die für sie wichtigen Informationen. Neben der 3D-Punktwolke werden während der Vermessung auch 360°-Panoramabilderaufgenommen, die es ermöglichen, das Gebäude ähnlich wie bei Google Street View zu begehen. Die DiConneX Platform ist ein browserbasiertes Modell und kann von jedem mobilen Gerät aus genutzt werden.

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