Think 2030: Es geht nur gemeinsam - wie PropTechs über Kooperationen zu Transformationspartnern der Immobilienwirtschaft werden

Geschrieben von
Henning
Zander
Veröffentlicht am
Sep 3, 2022

Sicher, gewohnt wird immer. Doch die Ansprüche, die zukünftig an das Wohnen gestellt werden, Faktoren wie steigende Kosten für Bauvorhaben und Instandhaltungen oder der zunehmende Fachkräftemangel setzen die Immobilienbranche unter Druck. Es ist eine Dekade der Disruptionen und die Branche muss raus aus der Komfortzone. Der perfekte Zeitpunkt für PropTechs, sich jetzt als Kooperationspartner zu positionieren und die Immobilienwirtschaft in ihrem Transformationsprozess zu unterstützen.

Zeiten der Transformation sind immer auch eine Einladung, Bewährtes neu zu betrachten und eingespielte Prozesse zu hinterfragen. Das kann verunsichern, aber genauso gut auch eine produktive Dynamik entwickeln. Für die Immobilienwirtschaft ist jetzt diese Zeit. Urbanisierung, Nachhaltigkeit, Mobilität, New-Work-Konzepte, aber auch die zunehmende Sektoren-Konvergenz sind wichtige Megatrends, die Handeln und Erfolg der Branche bestimmen werden.

Diese Veränderungstreiber fordern die Immobilien- und Wohnungswirtschaft heraus, die eigene Zukunft aktiv zu gestalten, statt nur zu reagieren. Auf diesem Weg nehmen Kooperationspartner eine wichtige Rolle ein: PropTechs mit ihrem Innovations-Mindset haben jetzt die Möglichkeit, sich als strategische Partner der etablierten Player der Branche zu positionieren und dabei im Gegenzug von der Erfahrung der Corporates zu profitieren.

Mit kleinen Lösungen Großes bewegen

Die große Veränderung beginnt oft im Kleinen. Für PropTechs heißt das: keine Angst vor großen Corporates. Das eigene Produkt muss nicht das ganze Geschäftsfeld eines potenziellen Partners abbilden. Viel eher geht es darum, zu schauen, an welchen Stellen die Innovationskraft des PropTechs die Lücke im Unternehmensbedarf schließt: Das kann die App-Lösung für den Kundenservice sein, die Software zur effizienteren Datenverwaltung, aber auch das innovative E-Mobility-Sharing-Konzept. Entscheidend ist es, auch auf PropTech-Seite zu verstehen, an welchen Stellen der Kooperationspartner einen Impulsgeber braucht.

Es braucht konkrete Lösungen, die die Digitalisierung beschleunigen: Die Immobilienwirtschaft denkt in Entwicklungszeiträumen, die sich über Jahrzehnte ziehen. Diese Langfristigkeit steht im Gegensatz zum rasanten Tempo, mit dem neue Technologien etablierte Lebens- und Arbeitsmodelle aufbrechen und neugestalten. Das Beispiel Immobilienmarkt zeigt, wie die Digitalisierung Veränderungen beschleunigt. Das Mietererlebnis in all seinem Facetten gewinnt immer mehr an Bedeutung, weitere Themen sind die Tokenisierung von Assets oder die wachsende Bedeutung datengetriebener Geschäftsmodelle, die durch digitale Zwillinge in der Immobilienwirtschaft entstehen. Dazu kommt die wachsende Bedeutung von Prozessen, wie etwa im Zahlungs- und Rechnungsverkehr, die heute über Branchengrenzen hinweg effizient gestaltet werden müssen. Auch in kleinen Optimierungsschritten können Kooperationspartner hier wertvolle Transformationshilfe leisten.

PropTechs verfügen über die Stärken, die in diesen Transformationszeiten entscheidend sind: Schnelligkeit, Agilität und Mut. Sie bieten etablierten Unternehmen Zugang zu innovativen Produkten und ermöglichen einen frischen Blick auf eingefahrene Prozesse und Geschäftsmodelle. Diese Perspektive schafft wichtige Erkenntnisse, von der nicht nur die Unternehmen, sondern auch ihre Kunden profitieren. Gleichzeitig bietet die Kooperation mit Corporates PropTechs wichtiges Erfahrungswissen und den Zugang zu neuen Netzwerken.

Wissensvorsprung Kundenzentrierung

Das Pandemiejahr hat die Digitalisierung nicht nur in der Immobilienwirtschaft beschleunigt und vielen Unternehmen gezeigt, welche Schwachstellen es zu beheben gilt und wo Innovationsbedarf besteht. Dabei hat sich auch ein Perspektivwechsel vollzogen, auf den die Immobilienwirtschaft reagieren muss: Der Kunde steht im Fokus. Wo lange das Produkt im Vordergrund stand, müssen auch Immobilien- und Wohnungswirtschaft reagieren: Wohnen ist heute mehr leben denn je. Ansprüche an Kommunikation, Services und Technik speisen sich auf Kundenseite heute aus anderen Branchen, wie etwa dem E-Commerce, die der Immobilienwirtschaft in Sachen Kundenzentrierung voraus sind.

Das sind wertvolle Erkenntnisse, die es jetzt zu nutzen gilt. Während auf der einen Seite die Learnings zunehmen, steigt auf der anderen Seite die Zahl möglicher Kooperationspartner. Allein 500 PropTechs gibt es aktuell in der DACH-Region. Tendenz leicht steigend. Mit ihnen kommen junge, internetaffine Menschen in die Branche. Das ist ein Gewinn für die Immobilienbranche. Die nachhaltige Entwicklung und generelle Megatrends – etwa Big Data oder Künstliche Intelligenz – werden dabei auch die PropTechs prägen. Ihre Anzahl wird kurz- bis mittelfristig zunehmen, bevor es zu einer Konsolidierung kommen dürfte: durch Zusammenschlüsse von Start-ups oder den Zukauf solcher durch Corporates, die sich damit Innovation und Talente sichern. Was bleiben wird, ist die Rollenaufteilung: Start-ups werden kontinuierlich als Innovator aktiv sein, Corporates sorgen für den skalierbaren Kunden- und Marktzugang. Die PropTech-Corporate-Zusammenarbeit hat das Potenzial zum Erfolg für alle Beteiligten. Es gibt nur Eines zu tun: Über den Tellerrand blicken und Kooperation wagen!

Kooperationserfolg lässt sich gestalten

Der Wert der PropTech-Kooperation ist kein völlig unbekanntes Konzept für die Immobilienwirtschaft. Die Branche signalisiert Aufgeschlossenheit und Offenheit für Innovationsimpulse aus der Start-up-Szene. Was aber mitunter noch schwerfällt, sind die Grundlagen der Kooperations-Arbeit. Dabei helfen allen Beteiligten ein paar einfache Leitgedanken auf dem Weg zur erfolgreichen Kooperation. Zunächst einmal gilt es für beide Seiten, mutig auch abseits bekannter Pfade nach potenziellen Partnern zu schauen. Mit Augenmaß und den Bedürfnissen der Kooperationspartner im Blick lässt sich nicht nur viel von anderen Branchen lernen, sondern PropTechs haben hier viel zu bieten, etwa, wenn es darum geht, neue Methoden zu etablieren oder innovative, technische und konzeptionelle Themen einzubinden. Entscheidend dabei ist, sich bei der Suche nach potenziellen Kooperationspartnern immer wieder zu fragen: Wer hat einen konkreten Bedarf für unsere Lösung, wo können wir effektiv unterstützen?

Ist die Partnerwahl entschieden, müssen sich beide Seiten über ihre Erwartungshaltungen klar werden: Was sind die Erwartungen an den jeweils anderen? Geht es um die Arbeit an einem konkreten Produkt oder ist die Kooperation erst einmal ein Raum zum Ausprobieren? Beide Seiten brauchen ein gemeinsames Thema und sollten zu Anfang klar formulieren, wohin die Reise gehen soll.

Neben dieser gemeinsamen Zielsetzung ist das Miteinander entscheidend. Jede Partnerschaft braucht Augenhöhe. Ohne die geht es nicht. Dazu gehört auch das gegenseitige Verständnis für die Unterschiede. Corporate und Start-up müssen sich bewusst sein, dass in einer solchen Kooperation unterschiedliche Unternehmenskulturen und Selbstverständlichkeiten aufeinandertreffen: In Corporates dauern die Prozesse in der Regel etwas länger, viele Personen müssen einbezogen und Entscheidungshierarchien eingehalten werden. Umgekehrt laufen in Start-ups oft bei zwei, drei Personen die Fäden zusammen, die Wege sind kurz – hier zählen Geschwindigkeit und Agilität. Diese Kulturunterschiede gilt es auszuhalten und zu akzeptieren. Und last but not least sollten die Partner in kleinen Schritten vorgehen, immer justieren und agil bleiben. Das braucht Großzügigkeit und Mut. Dann gelingt es auch, gemeinsam eine Perspektive für die Immobilienwirtschaft 2030 zu entwickeln.

Autor

Henning Zander
Head of Start-up Program - Aareal Bank AG

Henning Zander beschäftigt sich in der Aareal Bank Gruppe mit der Weiterentwicklung des Unternehmens und ist verantwortlich für das konzernweite Start-up-Programm mit den vier Säulen Accelerator-Programme, Kooperationen, Investments und Ventures. Er ist außerdem Vorsitzender des Investorenbeirats und Mitglied im Investment Committee des ersten paneuropäischen Venture Capital Fonds Proptech 1 Ventures und verantwortet als Champion die Mitgliedschaft der Aareal Bank im „Plug and Play Fintech Europe“-Programm. Henning ist als Mentor für Start-ups aus den Branchen Fintech, Proptech und Insuretech aktiv und ist Mitglied der Jury beim FinTech Germany Award 2021, in dessen Rahmen die Aareal Bank den ESG-Sonderpreis vergeben wird. Darüber hinaus ist er als Lecturer und Speaker tätig.

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