Think 2030: Wohnen 2030 – Vom Vermieter zum Partner

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Touristische Raumfahrt, selbstfahrende Autos oder E-Health-Technologien: Die Welt dreht sich durch Technologie-Sprünge unglaublich schnell. Die Immobilienbranche muss sich mitdrehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben – und das geht nur mit vereinten Kräften: mit der Förderung von Innovationen. Mit Kooperationen. Mit der Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und jungen PropTechs. Das ist der Schlüssel!

Die Zukunft steht in den Startlöchern. Sie fliegt mit dem britischen Milliardär Richard Branson der Virgin Group für 90 Minuten mal eben in den Weltraum. Sie erkennt als Handy-App vorzeitig Herz-Rhythmus-Störungen, die oftmals Vorzeichen für einen Schlaganfall sind.[1] Und sie fährt als autonomes Auto über US-amerikanische Straßen, während die Fahrer in Ruhe ihre E-Mails lesen.

Alles Technologien, die die Welt, wie wir sie kennen, auf ein völlig neues Level heben. Auch unsere Branche muss den nächsten Schritt gehen. Deshalb arbeiten wir eng mit dem Zukunftsinstitut zusammen, gegründet von dem bekannten Zukunftsforscher Matthias Horx. Wer heute schon weiß, was morgen der Wunsch der Kunden sein wird, kann ‚vorausbauend‘ handeln. Das Zukunftsinstitut identifiziert für uns die zentralen künftigen Trends des Wohnens. Sie werden unsere Gesellschaft prägen – die fundierte Analyse erwarten wir bis Ende des Jahres. Schon jetzt zeichnen sich große Trends ab.

Werfen wir deshalb gemeinsam einen Blick auf das Wohnen 2030. Wie werden sich Kunden-Bedürfnisse verändern? Und welche Rolle können wir Vermieter hierbei übernehmen? So viel ist klar: Die Zukunft des Wohnens ist urban, flexibel, vielfältig – und individuell.

1. Silver Society: Immer mehr Menschen werden auch im Alter noch in ihrer Wohnung leben – und suchen im Vermieter einen verlässlichen Lebenspartner.

Den Städten gehört die Zukunft. 2030 werden voraussichtlich drei von fünf Menschen in Städten leben. Hier sind die Arbeitsplätze, hier die Kulturangebote – und die vielen Gesundheitsangebote, die das Wohnen in der Stadt deswegen ebenfalls für ältere Menschen so attraktiv machen. Bereits heute leben 21 Prozent der Deutschen allein in ihrer Wohnung. Ein Trend, der sich verstärken wird. Vor allem ältere Menschen werden absehbar länger in ihrer Wohnung bleiben.

Auch diese brauchen irgendwann eine gute Pflege. Hierauf gilt es, Antworten zu finden, wie Pflege und Wohnen noch besser verbunden werden können. 24-Stunden-Notrufe sind hier denkbar, oder Mehr-Generationen-Häuser und Senioren-WGs mit angeschlossener Pflege. Die Deutsche Wohnen ist bereits im Pflege-Sektor sehr präsent und kann hier wichtige Standbeine zusammenfügen. Vielleicht wird sogar demnächst der Pflege-Roboter mitunterstützen; älteren Menschen beim Gehen helfen, als Roboter-Arm beim Essen unterstützen oder das Aufräumen übernehmen oder Notwendiges an den Sessel bringen.

2. Neo-Ökologie: Der Vermieter wird zum Stromversorger für nachhaltigen, grünen und dezentral produzierten Strom.

Der Gebäudebestand der Deutsche Wohnen soll bis 2040 klimaneutral sein. Nachhaltige Baustoffe und Photovoltaikanlagen auf Dächern sind erst der Anfang. Zum Beispiel für eine dezentrale Strom-Erzeugung vor Ort – da, wo sie gebraucht wird. Der Strom kommt vom Dach, fließt in die Waschmaschine oder den Computer, nachts dann über die Steckdose ins Elektroauto.

Diese Zusatzprodukte rund um die Wohnungen werden Mieterinnen und Mieter von ihren Vermietern erwarten. Sie ergeben dann Sinn, wenn sie den Alltag der Menschen spürbar verbessern. So wie die smarte Heizung, die bei einem offenen Fenster warnt, sodass Heizkosten nicht in die Höhe schießen. Moderne Wohnungen mit nachhaltigen, schadstoffarmen Baustoffen steigern auch die Wohngesundheit, indem sie das Raumklima nachhaltig verbessern. Für die Deutsche Wohnen ist das bereits heute sowohl bei Bestandsobjekten als auch bei Neubauprojekten stets ein wichtiger Punkt.

3. Komplett-Paket-Dienstleister: Vom Vermieter zum Unterstützer – ein Vertrag erledigt vielerlei Aufgaben.

Flexibilität ist die Schlüsselkompetenz der Zukunft – bereits jetzt zieht jeder Deutsche im Durchschnitt 4,5-mal um im Leben. Oftmals wechseln wir für eine neue Liebe oder einen neuen Arbeitsplatz in eine neue Stadt. Und dort angekommen freuen wir uns über Vermieter, die uns beim Eingewöhnen helfen. Die den Behördengang zur Ummeldung miterledigen, uns zum Mietvertrag gleich den passenden Internetvertrag präsentieren – mit einem attraktiven Paket-Angebot. Oder uns das Auto stellen, das wir uns mit den Nachbarn nach Belieben teilen. Und wie wäre es, wenn Vermieter auch gleich beim Umzug helfen und hierfür das Umzugsunternehmen empfehlen, mit dem sie regelmäßig zusammenarbeiten?

4. New Work: Vom Vermieter zum Neudenker – Wohnen und Arbeit wird immer mehr verschmelzen.

Die Vielfalt unterschiedlicher Lebensstile, Familienformen und Arbeitsmodelle verändert schon jetzt den Quartiersbau. Das Home-Office in der Corona-Pandemie hat den Weg geebnet für eine noch stärkere Verschmelzung von Wohnen und Arbeiten, Freizeit und Berufsleben. 2030 können Mieterinnen und Mieter in ihrem Quartier wohnen, arbeiten, Kinder hüten, Nachbarn treffen, Sport treiben – und das alles in den gleichen Gemeinschaftsräumen. Nutzungen überlagern sich dank moderner Technik und digitaler Vernetzung – Räume müssen hier ähnlich flexibel werden. Vormittags Co-Working-Space, nachmittags Senioren-Café, abends Yoga-Raum. Diese Räume werden Lebensräume sein, die rund um die Uhr genutzt werden können.

5. Alltags-Outsourcing: Vom Vermieter zum Service-Hub für neue Dienstleistungen

Unser Alltag wird schneller und flexibler – und deshalb möchten wir immer mehr Aufgaben an Dienstleister auslagern. Wie zum Beispiel das Einkaufen, Kochen, Putzen oder Planen privater Feiern. Das Alltags-Outsourcing wird sich damit auch mehr und mehr in den Immobiliensektor übertragen. Frische Lebensmittel kommen per Fahrrad-Boten und die Bio-Gemüse-Box vom nächstgelegenen Bauernhof. Zusätzlich zum Mietvertrag gibt es auch den günstigen Rahmenvertrag fürs Fitnessstudio. Und warum muss man eine Wohnung eigentlich für ein ganzes Jahr mieten, wenn man nur für ein paar Wochen projektweise in einer Stadt lebt? Auch solche fertig eingerichteten Wohnungen werden 2030 ganz normal sein für Beschäftigte. Durch völlig neue Geschäftsfelder wird sich auch die Rolle von uns Vermietern wandeln; wir werden die ersten Ansprechpartner für vielerlei Services sein.

Fazit

Viele neue Geschäftsfelder warten auf uns – ich glaube fest daran, dass alle Beteiligten der Immobilienbranche hier noch viel mehr erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln. Jetzt ist die richtige Zeit durchzustarten und zu beschleunigen – und das geht am besten gemeinsam: Immobilienunternehmen, Dienstleister und PropTechs.

Fußnoten

[1]. www.medica.de

Über den Autor

Simon Stöckicht verantwortet die Kundenkommunikation & Servicestrategie. Er kümmert sich um die Kundenzufriedenheit und Digitalisierung der Deutsche Wohnen SE. Dabei helfen ihm seine Erfahrungen aus den Branchen Telekommunikation und Banking.

"Auf der ganzen Welt verändern Tech-Revolutionen derzeit viele Branchen: Mit Blick auf die Zukunft des Wohnens muss auch die Immobilienbranche jetzt durchstarten, um den Anschluss zu behalten! Lasst uns die REAL Proptech für ein Wiedersehen und den Auftakt zum Aufbruch nutzen."

Simon Stöckicht

Über Deutsche Wohnen

Als eines der führenden börsennotierten Immobilienunternehmen in Europa sehen wir die Verantwortung, dringend benötigten Wohnraum zu erhalten und neu zu entwickeln. Unser Fokus liegt auf dynamischen Metropolregionen und Ballungszentren.

Über die REAL PropTech

Wie werden innovative Technologien die Bau- und Immobilienwirtschaft verändern? Welche grundlegenden Umwälzungen bringen neue ESG-Regulatorik und frisches Wagniskapital mit sich? Und welche Geschäftsmodelle sind wirklich zukunftsfähig?

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Think 2030 ist damit nicht nur das Motto der REAL PropTech in diesem Jahr, sondern vor allem eine Einladung an Euch alle, mitzumachen und dabei zu sein!

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